Aktuell am Samstag, 20. Oktober 2018

Mehr Respekt vor der Lebensleistung Älterer

Für die ofmals unverschuldet in Altersarmut geratenen Menschen geht es um weit mehr als ihre finanzielle Lage. Es ist das Sozialleben, das wegbricht, indem sich zuerst der Freundeskreis lichtet, dann verlässt die Ehefrau mit den Kindern das sinkende Schiff. Auf das Haus muss eine Hypothek aufgenommen werden; Auszahlung/Verpfändung der Lebensversicherung steht an, etc.pp.

Der ehemalige Selbstständige, der seinen Angestellten stets einen sicheren Lebensunterhalt ermöglichte, und wie jeder andere seine Steuern zahlte, ist zum Sozialfall geworden, nachdem die Wirtschaftskrise auch ihn in die Knie zwang. Alles, was zur Altersvorsorge gedacht war, schmilzt in kürzester Zeit dahin; vielleicht erhält er/sie eine kleine Rente von mtl. 60 - 100 Euro aus den Lehrjahren und der ersten Arbeitszeit.

Verliert er sein Zuhause, erhält er ohne festen Wohnsitz keine Sozialhilfe u. ohne Nachweis eines festgelegten Sozialhilfebescheids bekommt er keine Wohnung, ein Teufelskreis. So findet er sich Schlimmstenfalls eines Tages als Obdachloser auf der Straße wieder.

Es muss alles getan werden, so dass Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, im Alter abgesichert sind. Eine Verpflichtung aller Erwerbstätigen (auch der Selbstständigen) zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse würde diese sanieren. Eine mtl. Mindestrente von 1000 Euro nach dem Schweizer Modell könnte somit garantiert werden. Die nach SGB XII (Sozialgesetzbuch 12) zu zahlende "Hilfe zum Lebensunterhalt im Alter" entfiele. Diese Menschen wären somit nicht auf Sozialhilfe angewiesen und fühlen sich nicht länger als Bittsteller und Diskriminierte. Die erbrachte Lebensleistung würde wieder etwas zählen.

Autor: Klaus Lukas
18.06.2010